Über Dr. Yahya Bajwa
PERSÖNLICHE DATEN
| Geburtsdatum: |
12. 9. 60 |
| Zivilstand: |
Verheiratet, eine Tochter und einen Sohn |
| Staatsangehörigkeit: |
Schweiz/Pakistaner |
AUSBILDUNGSDATEN
|
1967-74
|
Primarschule und 1. Sekundarklasse in Zürich. |
1974-80
|
Gymnasium mit Maturaabschluss
Typus B im internationalen Internat „Institut
Montana“ Zugerberg ( www.montana-zug.ch). |
| 1980-82 |
Medizinstudium an der Universität Zürich. |
| 1982-87 |
Germanistik-, Anglistik-
und Publizistikstudium, mit Lizentiatsabschluss,
Universität Zürich. |
| 1988-94 |
Doktorarbeit zum Thema „Werbesprache
– ein intermediärer Vergleich“
an der Universität Zürich. |
BERUFSPRAXIS
| 1981-86 |
Studentenaushilfe/Universitätsspital
Zürich |
1983-86
|
Freie Mitarbeit
im Lokalradio und Schweizer Fernsehen DRS, Tutor
für Linguistik an der Universität Zürich.
|
| Ab 1986- |
Dolmetscher-
und Übersetzertätigkeit für verschiedene
Bundesämter, Gerichte, Zivilstandesämter,
Migrationsdienste. |
| Ab 1987- |
Freie Mitarbeit
für das Institut für Kommunikationsforschung
in Meggen ( www.ikf.ch). |
| Ab 1989- |
Gründung
des eigenen Büros für Kommunikation
und Forschung „TransCommunication“
Dolmetscher- und Übersetzungstätigkeit
sowie Verfasser von diversen Publikationen zum
Themenkreis Islam, Integration, interreligiöser
und interkultureller Dialog, Schule in den folgenden
Zeitungen: NZZ, TagesAnzeiger, Aargauer Zeitung,
WoZ etc. Mitarbeit an verschiedenen Schulbüchern
für den Interkantonalen Zürcher Lehrmittelverlag.
Als Ausbildner in Spitäler tätig zum
Thema „Wie gehe ich mit anderen Kulturen
um – am Beispiel Islam“. Tätig
als Ausbildner von Befrager und Dolmetscher für
das Bundesamt für Flüchtlinge. Dozent
an Schulen und Universitäten. Verfasser von
verschiedenen Berichten zu Menschenrechtsverletzungen
in Pakistan. |
| 1994-96 |
Primarlehrer
an der Primarschule Rümlang
Intensivunterricht (Integrationsunterricht) der
Fächer Deutsch und Mathematik für Kinder
von der 1.-9. Klasse (Primar-, Sekundar- und Realschule)
für Flüchtlingskinder. |
| Ab 1996-1999 |
Religionslehrer am Gymnasium „Institut
Montana“, Zugerberg. |
| Ab 1998- |
Mitglied und
Mitarbeiter an Forschungsprojekten bei der World
Conference on Religion and Peace und der Peace
Education Standing Commission. Thema: „Education
towards violence-free communication and conflict
solution in the context of Israel and Palestine“
und "Friedensinitiativen zwischen Pakistan
und Indien" unter Prof. Lähnemann, Universität
Nürnberg. |
| Ab 2000- |
Gründung
des „Pakistan Information Service“.
Informationen und Gutachten zu Pakistan für
NGO’s (UNHCR, SFH, ACCORD, Bundesamt für
Flüchtlinge usw.). Anfragen kommen aus ganz
Europa. |
| Ab März 2001- |
Eröffnung
der ersten eigenen Internatsschule für Waisenkinder
und die Ärmsten in Pakistan – Pilotprojekt.
Ein sozialpädagogisches Projekt. Weiterarbeit
an diesem Projekt. Eröffnung der neuen Schule
2004. |
| 1. September 2001- |
Gründung
des Vereins "LivingEducation" in Meggen
mit Sitz in Baden. Der Verein unterstützt
eigene Hilfsprojekte in Pakistan. Siehe dazu www.LivingEducation.org
|
Ab Dezember 2003-
Ab März 2004-Dezember 2004
Ab September 2004-2005
Ab Januar 2005-
Ab Januar 2005- |
Lehrbeauftragter Hochschule für Wirtschaft
in Luzern. Aufbau eines Lehrganges zum Thema
„Interkulturelle Kommunikation“.
Lehrbeauftragter für den Nachdiplomkurs
"Projektmanagement in interkulturellen
Feldern", Institut für Kommunikationsforschung,
Meggen, Schweiz.
Lehrauftrag "Weltreligionen", Internationales
Gymnasium Institut Montana, Zugerberg.
Dolmetscher Bundesamt für Migration (ehemals
Bundesamt für Flüchtlinge).
Mitglied der Kerngruppe des Projekts C-04-0665
"Aargauer Schulsystem-Information für
fremdsprachige Eltern".
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Buchpublikationen
Dissertation: „Werbesprache
– ein intermediärer Vergleich“
an der Universität Zürich, 1994. Es sind noch
Kopien, zum reduzierten Preis von Fr. 25.- zu haben.
Im Zürcher Lehrmittelverlag Mitarbeit
an den folgenden Publikationen:
„Gott hat viele Gesichter“.
Diese Publikation gewann den Silver Award 1996 der Worlddidac
Foundation (Basel);
„Gott hat viele Namen“
und
„Menschen leben in Religionen
und Kulturen“. Diese Publikation erreichte
an der Frankfurterbuchmesse im Wettbewerb „Best
European Schoolbook 2001“ den dritten Platz.
Die Publikation erhielt die Auszeichnung "Blauer
Planet 2002" für globales Lernen der Stiftung
Bildung & Entwicklung und den Award 2002 der Worlddidac:
„Award 2002 of the Worlddidac Foundation has been
presented for the Advancement and Development of Excellent
and Innovative Educational Materials for the product
"Humankind-Religions-Cultures".
"Shalom, Salaam, Pax Vobiscum
oder Friedensprojekte in Israel und Palästina"
in "Spiritualität und ethnische Erziehung",
Johannes Lähnemann (Hrsg.), Pädagogische Beiträge
zur Kulturbegegnung, Band 20, Referate und Ergebnisse
des Nürnberger Forums 2000, EB-Verlag, Hamburg,
2001.
Im Oktober 2003: „Was
der Dialog mit dem Islam bedeuten könnte“
in „Soziale Folgen der Globalisierung“.
Ueli Mäder, Claus Daub (Hrsg.), Soziale Folgen
der Globalisierung, Verlag Gesowip (Gesellschaft für
sozialwissenschaftliche Publikationen), Basel 2003.
Internetpublikationen für World Conference on
Religion and Peace
The Pakistani School Textbooks Project
www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/Pak-Schoolbook.pdf
Peace Projects in Israel and Palestine 1999
www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/p99bajwa.htm
Peace Projects in Israel and Palestine 2002
www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/R2001-Israel-Palestine.html
Pakistan – Indian Peace Initiatives
www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/pesc/Pak-India-Peace.pdf
Internetpublikationen für Flüchtlingswerke
Publikationen zu Menschenrechtsverletzungen:
Pakistan-Lageberichte ab 1998 für die Schweizerische
Flüchtlingshilfe, UNHCR und ACCORD unter http://www.sfh-osar.ch/d/laender/index
Interview in der Aargauer Zeitung:
Praktizierender Muslim im Dienste des
Bundesrates
Claudia blangetti
Für einmal hat er seinen Helm
nicht dabei, Übermittlungssoldat Yahya Hassan Bajwa,
45, geboren in Murree, in der pakistanischen Provinz
Punjab, und praktizierender Muslim. Dafür hängt
in seinem mit Büchern voll gestopften Büro
in Baden eine grosse bunte Fahne: «Pace»,
und auf dem Pult liegt Hans Küngs «Der Islam».
Bajwa ist an verschiedenen Fachhochschulen als Dozent
für interkulturelle Kommunikation und in der Lehrkraftausbildung
tätig. Daneben arbeitet Bajwa als Dolmetscher für
das Bundesamt für Flüchtlinge.
Bajwas Vater kam mit seiner Familie
1962 in die Schweiz und wurde der erste Imam in der
Schweiz, in der Ahmadiyya Moschee in Zürich. Sohn
Yahya Bajwa wuchs im Gotteshaus auf, besuchte später
in Zug dasselbe Internat wie US-Präsidentschaftskandidat
John F. Kerry. Der Vater schickte ihn in den Bibelunterricht.
Noch vor dem roten Pass mit dem weissen Kreuz traf nach
der Einbürgerung das RS-Aufgebot ein.
Erst vor wenigen Tagen hat Bajwa den
Dienst quittieren müssen, «leider».
Der Bundesrat hat sein Regiment, die Abteilung Presse
und Funkspruch (APF), abgeschafft. Der Sprachwissenschafter
war dort für die Beschaffung von Informationen
eingeteilt. Was immer auf Urdu, Hindi, Punjabi, Englisch,
Französisch und Italienisch über den Äther
lief, Bajwa übersetzte es für den Bundesrat
und sorgte damit für die Sicherheit der Schweiz
in Kriegszeiten. In der APF gab es überdurchschnittlich
viele Muslime. «Die Schweiz hat von unseren Sprachkenntnissen
profitiert. Und trotzdem: Die Loyalität der muslimischen
Soldaten zur Schweiz wurde oft angezweifelt.»
Die Frage sei oft gewesen, ob er im Ernstfall auf einen
terroristischen Islamisten - seinen Glaubensbruder -
schiessen würde. «Dieser falsche Vorwurf
war hart zu ertragen.»
«Diese Zweifel haben weniger
mit Misstrauen als vielmehr mit Unwissenheit zu tun»,
ist Bajwa überzeugt und ärgert sich über
die «so genannten Islamwissenschafter und -spezialisten»,
die aus dem Boden schiessen würden, wenn das Thema
in den Medien wieder gefragt sei. «Jeder, der
drei Wochen in der Türkei in den Ferien war, fühlt
sich als Islamkenner», ärgert sich der sonst
sanfte Mann. «Ich merke aber, dass die Schweizer
sehr viel differenzierter über den Islam denken,
als dies in den Medien widerspiegelt wird.» Dies
hänge damit zusammen, dass die Mehrheit der Moslems,
die in der Schweiz leben, selbst auch moderat seien
und sich gut integrieren würden. «Ich habe
keine Probleme, mich als Muslim an Schweizer Gesetze
zu halten - als Töfffahrer schon eher», sagt
er schmunzelnd.
«Schade, habe ich meinen Helm
heute nicht dabei», sagt Bajwa plötzlich.
Er könne damit so gut symbolisieren, wie in der
Schweiz verschiedene Kulturen unter einen Hut - oder
eben Helm - passen würden. «So ist es auch
in der christlichen Kirche und im Islam.» Die
Einheit des Islam, «so wie sie immer gepredigt
wird», gebe es aber nicht. Gerade in der Schweiz
sei der Kontakt zwischen den verschiedenen Richtungen
des Islam eher gering, «auch wenn die verschiedenen
Zentren ganz nah beieinander liegen». Bajwa befürwortet
deshalb die Idee eines Vereins der moderaten Muslime
in der Schweiz (siehe Kästchen). Somit könne
man gemeinsam nach Aussen auftreten. Gegen die Unwissenheit
und Schwarzweissmalerei.
Quelle: Aargauer Zeitung, 17.12.2004
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